Wie macht Klout Geld?

von Andreas Wolf:

Genau das war mein erster Gedanke als ich bei der Recherche für einen Vortrag über dieses Twitter-Tool las, dass Klout werbefrei sein soll. An dieser Stelle möchte ich euch nun vorstellen wie Klout seine Dollars verdient und ob das Alles wirklich 100%ig werbefrei von statten geht.

Was ist überhaupt Klout?

Wie? Du kennst Klout nicht?
Mach dir nichts draus, sagte mir als langjährigem Twitter-User auch nichts.
Klout ist ein Dienst (Unternehmen), der versucht deinen Einfluss im Social Web als eine Zahl darzustellen, dem sogenannte „Klout Score“. Mit Hilfe dieser Zahl kannst du dann deinen Einfluss (oder den deiner Firma) mit dem anderer zu vergleichen und somit sehen ob deine Social-Media-Aktivitäten Früchte tragen.
Wie genau dieser Score zu Stande kommt und ob er wirklich aussagekräftig ist mag zwar interessant sein ist aber nicht Inhalt dieses Artikels. Wer mehr über den Klout und/oder seine Score-Ermittlung lesen will der klicke doch bitte hier, hier oder hier.

YouTube Preview Image

Videonachweis:
URL: http://www.youtube.com/watch?v=wQS8YUDLmrs, Zugriff 26.01.2012.

Zurück zum eigentlichen Thema: Vorher kommen die Moneten?

Klout soll also werbefrei sein, aber irgendwoher muss das Geld ja kommen denn so ein Unternehmen wird ja nicht nur aus Spaß gegründet.
Woher kommt es also? Als erste Alternative ist mir der Handel mit den Userdaten eingefallen, von denen Klout ja so einige sammelt um auf deren Grundlage unseren Score zu ermitteln (übrigens wohl nicht nur die der User). Also mal schnell etwas recherchiert und zuerst auf den FAQ’s von Klout gelandet, hier mal ein kurzes Zitat:

How does Klout use my data? Klout collects data from your networks in order to discover your influence. We do not share any of your private data or email address with 3rd parties. We do not access your Twitter DMs, private Facebook messages, private Flickr content or any other private communication.”

Da bin ich wohl nicht der Einzige der sich gefragt hat was noch so mit den Daten passiert, aber gut dass beruhigt die meisten ja schon mal. Mich allerdings nicht so wirklich…
Um sicher zu gehen musste ich mir dann die Privacy Policy vornehmen. Aber auch hier wird klargestellt, dass die Daten zwar benutzt aber nicht an Dritte weitergegeben werden.
Tja, wie werden die Daten denn dann genutzt, mal abgesehen vom Klout Score?

Klout Perks heißt das Zauberwort.

Ich hatte mich natürlich im Zuge der Recherche schon bei Klout angemeldet, allerdings richtig mit dem Inhalt beschäftigt habe ich mich nicht (war ich doch mehr damit beschäftigt zu lesen was andere über Klout denken). Hätte ich das getan dann hätte ich wohl auch früher bemerkt, dass Klout User mit einem hohen Klout Score mit sogenannten Perks belohnt.
Laut Klout handelt es sich bei den Perks um…

„…Free Stuff. Klout Perks are exclusive products or experiences that you earn based on your influence.
Influencers have earned sweet perks like laptops and airline tickets. …”

Das hört sich doch mal gar nicht so schlecht an. Allerdings fragt sich jeder schlaue Student doch direkt: „Was hat Klout denn davon wenn ich einen hohen Score habe?“ und dann natürlich auch direkt „Wo bekommen die Ihren „stuff“ denn her?“.
Antworten: Wie hoch dein Score ist, ist Klout selbst total egal, aber den Firmen die den „Free Stuff“ herstellen bzw. vertreiben ist das nicht ganz so egal. Damit ist auch gleich die zweite Frage beantwortet, der Kram kommt direkt vom Hersteller.

Klout agiert als Hub

Klout bildet also eine Schnittstelle zwischen Unternehmen und User/Influencer und die Firmen sind mit gutem Grund an diesem Dienst interessiert. Hier nur drei Gründe

  • 90% der Konsumenten legen Wert auf die Empfehlungen von anderen
  • Nur 30% glauben der „klassischen“ Werbung
  • Klout liefert Influencer aus den richtigen Bereichen

Mund-zu-Mund oder besser Account-zu-Account-Propaganda scheint also ein probates Mittel um Produkte vorzustellen oder das Image zu verbessern. Zumal Klout User/Influencer liefern kann, die zu bestimmten Themen meinungsbildenden Einfluss, im besten Fall sogar Expertise und eine mehr oder weniger große Reichweite ( Follower, Friends, etc.) haben. Da kann man sich schon vorstellen, dass das ein oder andere Unternehmen bereit ist für solche Dienste zu bezahlen, gerade weil Klout als „neutraler Vermittler“ fungiert und es somit weniger nach Bestechung für gute Tweets, Posts etc. aussieht.
Klout macht auch ganz deutlich, dass sie eine neutrale Rolle einnehmen und haben den „Code of Ethics“ erstellt, der den Usern freistellt sich positiv, negativ oder gar nicht über ein erhaltenes Perk zu äussern.

Wer macht mit und was kostet der Spaß?

Um nur ein paar Firmen zu nennen:
Audi, Disney, Subway, Virgin Air, Nike, Universal und HP.

Audi, zum Beispiel, lud Influecer in den Bereichen Luxus, Design und Technologie zu exklusiven Events auf denen sie den neuen Audi A8 testen konnten.
Hört sich meiner Meinung nach ganz gut an…

Und was kostet das die Firmen nun?
Ich habe keinen blassen Schimmer, leider werden spezifische Daten wohl nur bei konkreten Anfragen rausgegeben. Naja, günstig wird’s wohl nicht sein.

Trotzdem sehe ich das System von Klout als ein tolles Geschäftsmodell, es werden auf Basis eines selbst erfundenen Scores die richtigen User mit den richtigen Produkten „beschenkt“, man kassiert dafür Geld und steht lebst als neutral und werbefrei da.

Chapeau, Klout, chapeau!

Wer sich einige der angesprochenen Dinge nochmal vom Klout CEO erklären lassen möchte sollte sich das Video anschauen.

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